Mathematik ist seit Jahren eine Konstante in meinem Leben. Immer wieder spüre ich Abneigung gegen das Fach, sogar von Hass ist die Rede. Das möchte ich ändern.

Dieser Blog ist unabhängig vom Korsett eines Bildungssystems, es gibt keine Anwesenheitspflicht und keine Klausur. Sie haben damit die absolute Freiheit, zu lernen, wann und wie Sie möchten.

Konstruktiver Umgang mit Fehlern

Fehler sind in der Mathematik gravierend, da man quasi die falsche Ausfahrt genommen hat und somit zum falschen Ziel fährt. Gleichwohl sollten wir mit Fehlern konstruktiv umgehen. In diesem Kontext gibt es eine schöne Metapher aus der japanischen Kultur:

Kintsugi, japanisch: Goldflickerei

Der obige Gegenstand ist vermutlich eine Reis- oder eine Teeschale. Wenn man etwas oft benutzt, dann wird es irgendwann auf den Boden fallen und zu Bruch gehen. Dann hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten: wegwerfen oder reparieren. In Japan gibt es für diese Keramik eine eigene Technik der Reparatur: Kintsugi. Ein Übersetzungversuch geht in die Richtung von Goldflickerei. Hier werden die Bruchstellen nicht kaschiert, sondern regelrecht betont nach dem Motto: Es ist kaputt gegangen, aber das ist in Ordnung, jetzt ist es wieder zusammengefügt.

Kintsugi sehe ich als Metapher für einen positiven Umgang mit Fehlern und daran anknüpfend für die Tätigkeit der Mathematik. Das Suchen und Ausbessern von Fehlern kann mühsam sein, aber es lohnt sich:

Wenn alles richtig ist, dann ist es auch noch morgen richtig - Mathematik hat Bestand.

Es existieren zauberhafte Aussagen und Beweise, die hunderte oder tausende Jahre alt sind. Unsere Vorfahren haben uns einen gewaltigen Schatz hinterlassen, um daraus zu schöpfen. Diesen Schatz möchte ich mit Ihnen teilen und Sie als Leser/in für meinen Blog gewinnen.

Innsbruck, 27. Dezember 2016, Michael Schneider alias mathematicus

Bildnachweis

Strand und Tafel von www.pixabay.com,
Kintsugi von Haragayato (own work)
CC BY-SA 4.0,
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0,
via Wikimedia Commons